STADT ZÜRICH UND DIE 2000-WATT-GESELLSCHAFT: Roadmap to Hell

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Der Zürcher Landbote, 3.3.2017, S. 5

Die Energiestadt Zürich hat am Donnerstag ihren Weg zur Umsetzung der 2000-Watt-Gesellschaft veröffentlicht – eine Vision die weder bezahlbar noch sinnvoll ist und in ihrer Konsequenz die Lebensqualität massiv einschränkt. Beinahe teu isch, mit welcher Unverfrorenheit in diesem Papier die Einwohner von Zürich für politische Machtansprüche der links-grünen Politiker im Stadtrat manipuliert werden. Dass ausgerechnet das Projekt mit einer «Roadmap» (Strassenkarte) dargestellt wird, entbehrt nicht einer gewissen Ironie, da der Strassenverkehr zu den am meisten bekämpften Zielen gehört.

Stephan Amacker, Präsident Kommission für Energie, Umwelt und Raumplanung, SVP

2008 sprachen sich mit einem Stimmenanteil von 76,4 Prozent der stimmenden Bürger diese für die Einführung der 2000-Watt-Gesellschaft aus, obwohl sich praktisch niemand bewusst war, was diese bedeutet und mit welchen Konsequenzen bei diesem Entscheid zu rechnen war. Man glaubte, dass es eine gute Sache sei, dem Umweltschutz zu dienen und dadurch die Welt zu retten, ein Vorgehen, das demokratisch äusserst zweifelhaft ist. Die De nition der von der ETH vorgeschlagenen 2000-Watt-Gesellschaft ist dabei kristallklar: Jeder Mensch hat weltweit die gleiche Energiemenge zur Verfügung, die sich aus folgender Rechnung ergibt: Energie pro Jahr: 2000 Watt x 24 Stunden x 365 Tage = 17520 Kilowattstunden (KWh).

Dabei ist alles eingeschlossen, was für das Leben des Einzelnen an Energie verbraucht wird. Um einige Beispiele zu nennen: Strom, Benzin, Heizöl, Herstellung aller verwendeten Produkte, auch der eigenen Fahrzeuge, Hausbau, Transporte, Bahnfahrten etc. Diese Liste ist unendlich lang und enthält auch Werte, an die man zuerst nicht denkt. Als Gedankenmodell dient ein lateinamerikanischer Bananenbauer, der P anzenschutzmittel verwendet, am Abend seine Plantage beleuchtet, seine Produkte zur nächsten Sammelstelle fährt, diese dann mit dem Schiff nach Europa schickt, dort mit Lastwagen oder Zügen zur Verteilstelle in der Schweiz transportiert, der Käufer mit dem ÖV, Zug, Auto oder Velo diese im Laden übernimmt. Damit wird die gekaufte Banane mit der sogenannten «Grauen Energie» belastet, die der Käufer in Zürich zu seinem persönlichen Verbrauch dazuzählen muss.

Nicht realisierbar

Rasch einmal hat die ETH als Initiant dieser Vision eingesehen, dass diese Methode der falsche Weg zum Schutz des Klimas ist und hat die Reduktion des als Klimakiller bezeichneten Anstiegs des Kohlendioxids (CO2) als sinnvollere Zielsetzung definiert. Von den bisher erzeugten 5,4 Tonnen pro Person und Jahr (es kursiert auch die Zahl 6,8 Tonnen) will man diese Menge auf 1 Tonne pro Person und Jahr reduzieren. Der Anteil des CO2 in der Luft beträgt 0,03 Prozent. Dieses Kohlendioxid wird bei der Verbrennung fossiler Stoffe, Holz, Abfall etc. erzeugt und teilweise durch Pflanzen wieder abgebaut.

Die Politik hält aber wider besseren Wissens an der ersten Forderung fest und will ihr mit der «Roadmap 2000-Watt-Gesellschaft» neuen Schwung verschaffen. Der Zeitpunkt ist kein Zufall, sondern eine unterstützende Aktion für die Energiestrategie 2050, die die 2000-Watt-Gesellschaft ebenfalls zu ihren Forderungen zählt und deren 1. Massnahmenpaket demnächst zur Abstimmung kommt.

Warum ist die 2000-Watt-Gesellschaft nicht realisierbar, obwohl sie neben der Stadt Zürich die meisten Energiestädte in ihren Gemeindeordnungen führen? Die besten Gründe kann man aus der «Roadmap» selber entnehmen:

  • Die bereits eingesparten 1000 Watt werden seit 1990 gezählt, 9 Jahre vor der Abstimmung zur 2000-Watt-Gesellschaft, was das Resultat verfälscht.
  • Aus der Forderung zur Reduktion des CO2-Ausstosses soll ein Ablasshandel eingerichtet werden, der das Portemonnaie des Bürgers massiv belasten wird.
  • Entgegen der in der Abstimmung festgelegten Definition schränkt man die Systemgrenze willkürlich ein: «Nicht enthalten sind die grauen Energien und grauen Emissionen, die ausserhalb des Stadtgebiets für Waren und Dienstleistungen aufgewendet, jedoch in der Stadt konsumiert werden.»
Es gehört zu den übelsten Machenschaften der Politik, die Spielregeln während des Spiels zu ändern, sobald man erkennt, dass die Ziele nicht erreicht werden können.
  • Endgültig ins Fegefeuer gehört die Aussage: «Wie sich die Massnahmenbündel in den Bereichen Gesellschaft und Wirtschaft auswirken, wurde im Rahmen der vorliegenden SzenarioStudien nicht abgeschätzt.»
  • Das Kerosin für Flugzeuge soll als weitere Massnahme durch Bio-Treibstoffe ersetzt werden. Dabei redet man bis 2050 von gegen 750 Mio. Tonnen Kerosin. Nebst dem Fehlen der entsprechenden Triebwerkstechnologie würde man dadurch die ärmsten Länder der Welt in den Hungertod führen.
  • Herangezogen werden Ziele der kürzlich in der Volksabstimmung abgelehnten «Grünen Wirtschaft».

Volk wird hinters Licht geführt

Dabei trieft die «Roadmap» nur so von unmöglichen Forderungen und Zwängen, obwohl behauptet wird, dass dadurch «keine Einschränkung der Lebensqualität in Zürich» bewirkt wird. Hier wird das Volk hinters Licht geführt:

  • Der Anteil der importierten «Grauen Energie» wird vom Bund mit 24 Prozent geschätzt. Umgerechnet ist das ein Anteil von 1300 Watt für den einzelnen. Auf diese Energiemenge haben wir praktisch keinen Einfluss. So werden noch 700 Watt für den Rest verbleiben.
  • Normen schreiben zunehmend energieeffiziente Hausbauten vor. Die höheren Kosten dafür werden dem Mieter auferlegt, der sich dagegen nicht wehren kann.
  • Als Drohung steht im Raum, dass man neben der Gebäudetechnik zwangsweise den Konsum, die Energieversorgung und die Mobilität einschränken will.
  • Es wird von nachhaltigen Arbeitsplätzen gesprochen. Sobald die Subventionen weg sind, verschwinden diese gekauften Arbeitsplätze und es wird Heulen und Zähneklappern ausbrechen.
  • Entschwindet die Hoffnung auf Zielerfüllung, so sollen «flexible Anpassung und/oder Ergänzungen vorgenommen werden».
  • Die grössten Hoffnungen setzt die Stadt auf die Revision der Mustervorschrift der Kantone im Energiebereich (MuKEn), die das Verbot fossiler Energien und Elektroheizungen bringen würde.
  • Am Bezug von Strom aus Kernkraftwerken soll verzichtet werden, obwohl diese eine bessere CO2-Bilanz aufweisen als Solarund Windkraftwerke.
  • Beim sog. Strommix 100 Prozent erneuerbar wird dem Kunden vorgegaukelt, dass er nur Strom aus erneuerbarer Produktion bezieht. Dieser Strommix hat sich jedoch in den letzten Jahren bei einem vernachlässigbaren Anteil von neuem erneuerbarem Strom von 1,4 Prozent nicht geändert und enthält im Winter neben Atomstrom vermehrt Strom aus deutschen Kohlekraftwerken.
  • Abwärme soll zwingend genutzt werden. Die 5 Kernkraftwerke der Schweiz geben eine CO2-freie Abwärme von gegen 20 Prozent des Gesamtenergieverbrauchs der Schweiz in die Atmosphäre resp. in die Flüsse ab. Bei den heutigen Niedertemperaturanwendungen bei den Raumheizungen wäre diese gewaltige Wärmemenge wirtschaftlich verwendbar, was aber wohlweislich verschwiegen wird.
  • Die Behauptung: «In der Stromversorgung lassen sich die Einsparungen bei der Primärenergie durch einen vollständigen Ersatz der Atomenergie mit erneuerbaren Energien erreichen» ist ein physikalischer Unsinn. Der Brennstoff in den Kernkraftwerken entspricht gerade einmal 9 Prozent der Betriebskosten, wobei der Ressourcenbedarf bei Solaranlagen um Faktoren höher ist und eine deutlich schlechtere CO2-Bilanz hat.
  • Die «Roadmap» sucht den Reduktionsfaktor 3 und zeigt realistische Potenziale im Prozentbereich auf, die meistens nur durch gesetzliche Zwänge realisiert werden können. Dazu gehören Recycling, Einschränkung der Essgewohnheiten, Kommunikation, reparierfähige Produkte etc.
  • Angesichts des Raubbaus an Wäldern in Osteuropa, die den Westen mit Holz versorgen, gehört die CO2-Neutralität der Holzheizung zu den Märchen, die gerne erzählt werden. CO2-neutral wären Holzheizungen, falls gleichviel abgeholzt wie neu gepflanzt würde.
  • Moderne Solarpanels benötigen bei der Produktion und enthalten im Endprodukt hochgiftige Substanzen, wie Arsenide, Cyanide, toxische und karzinogenes Cadmium, div. Telluride etc. Das sind hochgiftige Substanzen ohne Abklingzeit. Ein entsprechendes Entsorgungskonzept wird nicht genannt. Wer glaubt, dass er nach der Lebenszeit von ca. 20 Jahren seine Solarpanels in den Glasabfall werfen kann, wird ein böses Erwachen erleben. Die erste Serie ist bereits fällig!

Verblendete Heilsbringer

Wer in ein sog. 2000-Watt-Areal zieht, wird zukünftig wohl Rechenschaft ablegen müssen, welches Auto er fährt, wohin er in die Ferien geht, was er konsumiert; der Phantasie der städtischen Ideologen ist hier keine Grenze gesetzt. Es gilt dabei zu bedenken:

  • Eine Flugreise nach Übersee inkl. Rückflug addiert zur Energiebilanz gegen 10000 KWh, nach Australien oder Neuseeland 16 000 KWh. Da ist anschliessend kalt duschen angesagt.
  • Die Verkehrsmenge soll in der Stadt durch höhere Kosten, Ampeln, Verkehrsbeschränkungen und Roadpricing abgewürgt werden. Die Auswirkungen auf die Wirtschaft wurden, wie bereits gesagt, nicht betrachtet.
  • Die Stadt sagt selber, dass sie nur beschränkten Einfluss auf die Erreichung der 2000-Watt-Gesellschaft hat. Dadurch stehen Kantone und Bund bereits auf der Anklagebank.

Es soll nicht verschwiegen werden, dass bis 2050 die Ziele in Etappen erreicht werden sollen. Aber auch die aufgeführten 4000 Watt mit 4 Tonnen CO2 bis 2020 und die 3200 Watt mit 2,5 Tonnen CO2 bis 2035 sind unrealistisch.

Die Strasse der verblendeten Heilsbringer führt nicht in den Himmel, sondern in die Hölle der unberechenbaren Kostenexplosionen, Zwänge, Strafen, Arbeitsplatzverluste und des staatlich organisierten Zentralismus und Selbstbetrugs.

Um in der wichtigen Energiefrage wieder Tritt zu fassen, ist zunächst das erste Massnahmenpacket der Energiestrategie 2050 am 21.Mai abzulehnen und dann eine zukunftsorientierte Energiepolitik ohne Lug und Trug, Kostenfallen, Auslandsabhängigkeiten und Pseudolösungen mit der Bevölkerung zu vereinbaren, an der sich auch die Stadt Zürich orientieren kann.