Netto Null – subito!

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P.S. 21.05.2021

Die Stadt Zürich soll den CO2-Ausstoss auf Netto Null Tonnen reduzieren. Vor über zwei Jahren, im März 2019, haben die grünen und linken Parteien im Zürcher Gemeinderat zusammen eine entsprechende Motion eingereicht: Netto Null bis 2030 soll in der Gemeindeordnung verankert und natürlich auch erreicht werden. Vor Kurzem nun hat der Stadtrat seinen Umsetzungsplan vorgestellt: Durch Studien fachlich bestens abgestützt, Iegt er fundiert dar, was in Zürich nötig ist, damit wir dieses Ziel erreichen können. Der Stadtrat erläutert aber auch, dass er Netto Null bis 2030 für kaum realistisch hält, Netto Null bis zum Jahr 2040 aber durchaus erreicht werden könne, wenn wir jetzt handeln.

Im Paket werden verschiedene Massnahmen präsentiert, die umgesetzt werden müssen, um das angestrebte Ziel zu erreichen. Sie reichen von dem forcierten Ersatz von Ölheizungen über die Elektrifizierung des gesamten motorisierten Verkehrs (ÖV und privater Verkehr) bis hin zu Massnahmen zur effizienteren Nutzung von Energie. Ob die Stadt Zürich das Ziel von Netto Null so erreichen wird? Das ist die falsche Frage.

Denn wenn der Stadtrat das Jahr 2030 für kaum realistisch hält, ist es klar, dass es so oder so knapp ist. Wir müssen den CO2-Ausstoss per sofort reduzieren und können nicht länger warten. Sonst reicht das nie.

Welche Jahreszahl schliesslich in der Stadtzürcher Gemeindeordnung steht, ist egal. Wichtig ist, dass wir jetzt und sofort handeln. Das heisst: Wir dürfen nicht zuwarten, bis die Stadt im Quartier die Fernwärmeerschliessung gebaut hat. Es reicht auch nicht, dass Stadt und Kanton Millionen ausgeben, um Ölheizungen zu ersetzen. Wir müssen jetzt beginnen, unseren eigenen Fussabdruck zu reduzieren, und damit natürlich auch unseren Lebensstil hinterfragen und ändern. Und zwar in allen Lebensbereichen – Ernährung. Verkehr, Wohnen, Konsum. Der persönliche Ressourcenverbrauch muss reduziert werden. Das hört natürlich niemand gerne, schon gar nicht in unserer Konsumgesellschaft. Aber es geht nicht anders – auch der Konsum muss nachhaltiger werden. Denn unsere CO2-Emissionen entstehen oft nicht in Zürich, sondern anderswo. In China, wo das iPhone produziert wird. In Spanien, wo die Erdbeeren herkommen. Diese Emissionen werden mit einem Heizungsersatz nicht reduziert, und wie weit sie mit Lenkungsabgaben und Gesetzen künftig beeinflusst werden, ist offen. Hier liegt denn auch das grosse Problem: Netto Null, CO2-Gesetz und das Energiegesetz sind alles wichtige Schritte. Alle brauchen ein kräftiges Ja, wenn sie dann zur Abstimmung kommen, das CO2-Gesetz schon im Juni.

Aber das allein genügt noch lange nicht. Das sind nur kleine Schritte auf dem Weg, und zum Ziel ist es noch weit. Wir müssen jetzt handein. Es muss schneller vorwärts gehen. Und es braucht vor allem ganz konkrete Massnahmen, die ab sofort wirken.

Alles mit dem Ziel, unseren persönlichen Fussabdruck ab sofort zu verkleinern. Denn es gibt nur eine Erde.

Felix Moser, Gemeinderat Grüne