Das Klima dankt im November!

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P.S., 1.10.2021

Im Gegensatz zur Elternzeit, wo die GLP ihr eigenes Parteiprogramm und ihre WählerInnen ignoriert, hat sie beim Energiegesetz funktioniert: die Klimaallianz im Kantonsrat. Natürlich ist dies bei einem Gesetz zum Klimaschutz nicht weiter verwunderlich, wobei wir dies bei der Elternzeit ja auch vermutet hätten …

Bis hinein in die Mitte und sogar darüber hinaus hat eine klare Mehrheit im Kantonsrat im Frühling das Energiegesetz auf den Weg gebracht. Nach der Ablehnung des CO2-Gesetzes im Juni ist dies nun eine klimapolitische Wohltat, die es unbedingt zu verteidigen und der es zum definitiven Durchbruch zu verhelfen gilt. Zusammen mit der SVP versucht der Hauseigentümerverband, dieses Gesetz noch mit dem Referendum vor dem Volk zum Scheitern zu bringen – und beide werden sich dabei die Zähne ausbeissen. Denn die Zürcher Bevölkerung hat sich nicht nur beim CO2-Gesetz mit über 55 Prozent Ja für wirksame Massnahmen beim Klimaschutz ausgesprochen, die Zürcherlnnen wissen auch, warum es nun höchste Zeit für ein Energiegesetz in diesem Kanton ist: Nach wie vor entstehen nämlich 40 Prozent der CO2-Emissionen bei den Gebäuden durch die Heizung, die Kühlung und die Wasseraufbereitung mit fossilen Brennstoffen. Und leider werden 75 Prozent der alten fossilen Heizungen immer noch durch eine fossile Heizung ersetzt, da die Anfangsinvestitionen tiefer sind und es weniger Planung bedarf. Das Energiegesetz bringt nun für Neubauten ein Verbot von fossilen Heizungen, und zudem muss ein Teil des benötigten Stroms selbst produziert werden. Im Normalfall geschieht dies durch eine Photovoltaikanlage auf dem Dach oder an der Fassade.

Im Fokus steht beim Energiegesetz also klar der Klimaschutz durch massive Verbesserungen im Gebäudebereich. Gleichzeitig bringt uns dieses Gesetz aber auch tiefere Kosten, da sich die Investition in eine erneuerbare Heizung über den ganzen Lebenszyklus gesehen lohnt. Im Schnitt entstehen dadurch nämlich tiefere Kosten in Unterhalt und Energie als bei einer fossilen Heizung. Die ZHAW hat im Rahmen einer Studie auch den volkswirtschaftlichen Nutzen in Form von Arbeitsplätzen und Wertschöpfung berechnet. Für die ganze Schweiz kommt sie auf einen Zuwachs von mehr als 40 000 Jobs; einerseits beim Ersatz besagter fossiler Heizungen durch erneuerbare, andererseits bei lsolationen und Ersatz von Fenstern. Geht der Kanton Zürich als bevölkerungsstärkster Kanton mit dem Energiegesetz einen nächsten Schritt, profitieren wir alle auch volkswirtschaftlich in Form von neuen Arbeitsplätzen.

Vor allem aber muss ich an dieser Stelle nicht erwähnen, dass es nun höchste Zeit ist für einen wirksamen Klimaschutz. Diesen Sommer wurde uns das allen vor der eigenen Tür und in der europäischen Nachbarschaft wieder vor Augen geführt. Wir haben keine Zeit mehr - ein Ja am 28. November ist unerlässlich!

Andreas Daurù, Co-Präsident SP Kanton Zürich