15 Thesen für eine digitale Energiewelt

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www.dena.de, 28.03.2017

Branchenpapier fasst Chancen und Herausforderungen der Digitalisierung zusammen

Die Digitalisierung hat einen wesentlichen Einfluss auf die weitere Entwicklung der Energiewelt. Die zentralen Chancen und Herausforderungen dieses Prozesses aus Sicht der Energiebranche fasst ein neues, von der Deutschen Energie-Agentur (dena) herausgegebenes Thesenpapier zusammen. Basis der insgesamt 15 Thesen sind Stellungnahmen von Marktteilnehmern, die auf einer Dialogveranstaltung im Rahmen des dena-Projekts „Digi4E“ vorgestellt und diskutiert wurden. Die formulierten Positionen nehmen zum Teil Bezug auf das Impulspapier „Strom 2030“, mit dem das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) im September 2016 eine breit angelegte Diskussion zur Zukunft der Stromversorgung eröffnet hat.

In 15 Kapiteln enthält das Papier Thesen zu Themen wie Marktgestaltung, zukünftigen Geschäftsmodellen, Datensicherheit oder zur Rolle der Kunden und formuliert Lösungsansätze für eine digitalisierte Energiewirtschaft. Das Papier verdeutlicht, dass die Branche in der Digitalisierung einen wichtigen Treiber für die Energiewende sieht. Der Einsatz neuer Technologien könne entscheidend dazu beitragen, Effizienz- und Flexibilitätspotenziale zu erschließen und nutzbar zu machen. Die integrierte Energiewende, insbesondere die Flexibilisierung des Stromsystems sowie die Verbindung dezentraler Energieerzeuger und die regionale und zeitliche Optimierung von Erzeugung und Verbrauch seien dabei die Handlungsfelder, in denen sich schon jetzt ein starker Einfluss digitaler Technologien abzeichne. Eine wichtige Voraussetzung sei jedoch die Schaffung geeigneter Rahmenbedingungen. Das Thesenpapier steht als kostenloser Download zur Verfügung.


  • These 1: Digitalisierung steigert die Kosteneffizienz und bringt volkswirtschaftliche Vorteile mit sich.
  • These 2: Die Digitalisierung der Energiewelt fördert den Export der Energiewende.
  • These 3: Unter den aktuellen Rahmenbedingungen können sich die Potentiale der Digitalisierung zur Systemintegration dezentraler und fluktuierender erneuerbarer Energieerzeugung noch nicht optimal entfalten.
  • These 4: Hohe allgemeine, digitale Qualitätsstandards sind Voraussetzung für ein Mindestmaß an Datensicherheit und bieten die unerlässliche Grundlage für anwendungsspezifische Sonderregelungen.
  • These 5: Die Optimierung über Sektorgrenzen hinweg wird erst durch die Digitalisierung ermöglicht.
  • These 6: Die Digitalisierung bietet das Potential, die derzeit bestehenden, zentralen Märkte und Erlösmöglichkeiten für eine zunehmend dezentrale Struktur von Erzeugung und Verbrauch zu öffnen.
  • These 7: Eine weitreichende und zeitnahe Vereinheitlichung existierender Standards und Schnittstellen digitaler Hard- und Software im internationalen Raum ist zu empfehlen, um gewinnbringende (Export-)Chancen für deutsche Unternehmen zu verbessern.
  • These 8: Frühzeitigerund breit angelegter Meinungsaustausch über digitale Kanäle erhöht die Akzeptanz der Energiewende.
  • These 9: Digitale Plattformen werden bestehende Geschäftsmodelle insbesondere dort in Frage stellen, wo Mehrwert durch Vereinfachung geboten werden kann und zusätzliche Leistungen und Services integriert angeboten werden.
  • These 10: Die Kraft ihres bestehenden (Daten-)Netzwerks und ihre Kapitalmacht eröffnen den großen Playern der digitalen Geschäftswelt (z. B.Google, Facebook, u.a.) ungeahnte Möglichkeiten in neuen Markt- und Geschäftsfeldern der Energiewelt.
  • These 11: Das unternehmerische Risiko von Langfristentscheidungen(> 5 Jahre) erhöht sich durch die Digitalisierung.
  • These 12: Volatile Energiepreise wirken als Treiber für digitale Geschäftsmodelle in der Energiewelt.
  • These 13: In Zeiten der Digitalisierung ist eine neue, individuelle Nutzenbewertung, die über rein finanzielle Anreize hinausgeht, erforderlich.
  • These 14: Unternehmen und Haushalte werden immer mehr von rein passiven Energieempfängern zu aktiven Teilnehmern im Energiesystem.
  • These 15: Der Kunde ist der Souverän über seine Daten. Daher kann auch allein der Kunde die notwendige Abwägung zwischen der Freigabe persönlicher, digitaler Daten und dem Eigeninteresse am Schutz selbiger Daten treffen.

Über das dena-Projekt Digi4E

Die „15 Thesen auf dem Weg in eine digitale Energiewelt“ entstanden im Rahmen des dena-Projekts „Analysen und Dialogprozesse zur Unterstützung der Digitalisierung im Bereich Energie, Energieeffizienz und erneuerbare Energien“ (kurz: „Digi4E“). Das Querschnittsprojekt zur Analyse und Entwicklung neuer Märkte im Rahmen der Digitalisierung der Energiewirtschaft bringt Entscheider aus Politik und Wirtschaft für einen branchenübergreifenden Dialog und Erfahrungsaustausch zusammen. Durch Marktbeobachtungen und fortlaufende Analysen gibt es einen transparenten Überblick zu aktuellen Entwicklungen und leitet daraus Empfehlungen für Rahmensetzung und branchenübergreifenden Koordinationsbedarf ab. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert.